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Einkaufen in Portugal: Pingo Doce – Süßer Pinguin

2. September 2010

Letztens schrieb ich ja schonmal in diesem Blog über Lidl und Aldi in Portugal, bzw. an der Algarve. Heute will ich Ihnen aber mal meinen absoluten Lieblingssupermarkt vorstellen: Pingo Doce!

Pingo Doce heißt auf Deutsch ‘Süßer Tropfen’ ,und obwohl ich ja sonst phantasiebegabt bin, habe ich nun überhaupt keine Erklärung, bzw. wahrscheinlich eine viel zu phantastische Deutung dafür. Falls Sie, liebe Leser, aber wissen, warum einer der ältesten Supermärkte Portugals diesen Namen trägt, bitte ich Sie mir das mitzuteilen! Bis dahin machen wir Deutschen an der Algarve uns weiterhin einen Spaß daraus und übersetzen ‘Pingo Doce’ mit ‘Süßer Pinguin’. Das ist ja auch nicht schlecht.

Pingo Doce* gibt es über das ganze Land verteilt und hier geht’s erstmal rein:

Und so geht’s dann weiter:

Und so:

Und Ostern so:

Und nicht anders in der Scheuermittelabteilung:

Selten bin ich von einem Supermarkt so begeistert gewesen – und immer wenn ich Zeit und auch wenn ich grad überhaupt nichts einzukaufen habe, sehe ich mal rein. Hier offenbart sich für mich die portugiesische Seele: die ordentliche, die verspielte, die farbenfrohe und die mit dem großen Sinn für die gestalterische Ausgewogenheit.

Letzteres habe ich übrigens schon viel eher entdeckt, damals als mein Sohn circa zwei  war und mit gleichaltrigen Portugiesenkindern herumtobte. Die hatten immer so ein Set an, dh. Socken und Hose bzw. Rock und Oberteil und Weste und Jacke und Halstuch und Kappe waren immer aus einem Guss – durchgängig mit Segleschiffen bedruckt oder alles aus dem selben fliederfarbenen Baumwollstoff. Und wenn mal ein Teil davon einen Fleck hatte wurde gleich die ganze Garnitur ausgetauscht.

Denn Portugiesen haben es gerne konform. Konform und bunt. Ruhig die bombomigsten Farben in der schrillsten Zusammensetzung – aber: in Reihe. Das brauchen sie für ihre innere Ausgewogenheit, so wie es ja auch sonst allemal besser ist, sich in Gruppen zu freuen als alleine, oder noch besser: allemann das gleiche, sehr kleine Häuschen am Ortsrand zu haben -  in sorgsam aufeinander abgestimmten Farben.

Häuserreihe Nähe Lidl, Vila do Bispo

*Pingo Doce als Einkaufsmöglichkeit ist übrigens nur zu empfehlen. Hier gibt es jede Menge einheimische Produkte (besonders hervorzuheben ist die große Auswahl an portugiesischen Kuchen und Keksen), eine riesige Obst und Gemüsetheke, einen extra Metzger, freundliches Personal mit grünen Käppchen und eine Hausmarke, die den Einkauf dort recht preiswert gestalten kann.

Knutschen in den Fluten!

29. August 2010
von verahenkel

Es ist Sommer an der Algarve und die Küstenstädte voller Feriengäste und die Strände voller Sonnenanbeter und das Meer voller Menschen, die alles mögliche darin machen – Handstand und Hopsen und Quietschen und Toben und Tauchen und Crowlen und Toter Mann.

Es gibt verschiedene Arten wie Menschen ins Wasser gehen. Das ist jetzt mal nicht zweideutig gemeint. Die einen waten langsam rein und stoßen dabei spitze Schreie aus sobald die ersten Wellenspitzen an ihnen hochschwappen – als hätten sie nicht damit gerechnet, dass sowas passieren würde. Andere stürmen rein. Das sind meistens die jüngeren Männer, die in dem Moment einfach vergessen, dass sie keine kleinen Jungs mehr sind – wie man überhaupt in den Wellen vergisst, wer man ist oder wie alt. Da gibt es Hundertjährige, die begeistert auf einem aufblasbaren Elefanten vorbeitreiben – oder ein Grüppchen Senioren, das sich ununterbrochen Bälle zuwirf und dabei jauchzt (Männer) und kreischt (Frauen).

Und Väter spielen endlos Fußball mit ihren Söhnen, bis diese vor Erschöpfung unterm Sonnenschirm zusammenbrechen. Dann dribbeln sie eben alleine weiter, oder andere sohnlose Väter stoßen dazu.

Die Frauen sind meistens weniger aktiv, die rösten sich lieber. Mal auf dem Rücken, mal auf der Seite, mal auf dem Bauch. Wenn alles durchgegrillt ist, gibts Mittagessen aus der Kühlbox. Und die einheimischen Portugiesinnen stricken. Ja – selbst am Strand in der Affenhitze, bei der die Finger quasi an den Nadeln kleben, machen sie das. Es gibt immer ein Geschirrtuch, das noch eine Spitze braucht.

Und die Teenies knutschen. Das tun sie überall und immer. Vielleicht ist mir das in Deutschland früher nicht so aufgefallen, aber ich finde, dass Portugiesen extrem viel knutschen – und besonders gern draußen im Meer. Stundenlang. Ohne Unterbrechung und ohne abzusetzen.

Bis sie schließlich ganz aufgeweicht sind.

Musik und Gebelle in Barão de São João

27. August 2010

„Crunchy Bankers“ heißt die Band, die letztes Wochenende im Atabai in Barão de São João für gute Laune sorgte. Das sind vier Jungs aus der Umgebung, die aber inzwischen alle ins Ausland gegangen sind und dort studieren oder sonst etwas machen – irgendwann muss man die Dörfer an der Algarve verlassen, wenn man jung ist und hier aufgewachsen ist. Später kann man ja wiederkommen und erzählen.

„Crunchy Bankers“, die früher unter „The Sardines“ firmierten, aber auch also solche schon ihren Indie-Funk-Rock’n Roll Mix spielten, kommen nun immer im Sommer auf Heimatbesuch und erfreuen ihre hiesige, stetig anwachsene Fangemeinde mit neuen Liedern und alten Rythmen und guter Laune und tollen Grooves und man kann sie auch zu privaten Partys buchen – hier auf ihrer Website kann man sich ein paar Probestücke anhören und auch Kontakt aufnehmen – und dann wird es meistens ziemlich toll.

Die Crunchy Bankers in einer heißen Nacht in Barao

Neulich nachts in Barão: Die Crunchy Bankers

Diese Information ist vielleicht auch interessant für Feriengäste, die in der Nähe ein Ferienhaus gemietet und was zu feiern haben und für die entsprechende Lifemusik nicht gleich eine große Summe hinlegen wollen.

Die „Crunchy Bankers“ hatten übrigens ihren Auftritt im „Atabai“, beziehungsweise in der „Bar do Zé Manél“. Das steht beides außen dran – und drinnen ist es besonders an Samstag Abenden ab 23 Uhr ziemlich voll. Der Wein kostet nur einen Euro und das Bier sogar etwas weniger und der Wirt bedient selbst in kurzen Hosen und sieht überhaupt nicht so aus, als würde er eine der bestgehensten Musikbars im Dorf betreiben. Zé Manél betreibt außerdem auch noch einen der zwei Krämerläden des Dorfes – gleich drei Türen weiter – in dem man neben Gemüse auch allerhand Biolebensmittel kaufen kann.

Barao: Nachtleben bei Zé

Und hier im Bild sehen wir Romeo. Der rennt aufgeregt bellend auf seinem Mäuerchen auf und ab, wenn man an der Kirche ins Dorf einbiegt. Er mag recht gern Fleischwurst, aber streicheln lässt er sich deshalb nicht.

Wie man an der Algarve einen ruhigen Sommernachmittag verbringen kann II

19. August 2010

(Fortsetzung von vorhergegangenem Artikel)

Nach 20 Minuten meldet sich der Fahrer bei mir und will wissen zu wievielen Personen wir seien. Nur eine, krächze ich, ich habe mal wieder meine Wasserflasche vergessen und bin kurz vorm Verdursten. Dann sei er in einer Viertelstunde da, sagt er. Was denn mit dem Auto los wäre? – Es fährt nicht, sage ich.

Es dauert nur vierzig Minuten und dann sehe ich tatsächlich das Abschleppauto an mir vorbeisausen. Ich winke und der Fahrer winkt zurück und deutet an, dass er irgendwo wenden und dann zurückkommen wird. Es ist ein junger Kerl und er hat seine Freundin mitgebracht – deshalb die Frage nach der Anzahl der Passagiere – und lädt meinen Wagen, nachdem er sich selbst davon überzeugt hat, dass er nicht mehr anspringt, ruckzuck hinten auf. Dann geht’s los Richtung Werkstatt, die ist in Barão de São João, wo er grad herkommt, seine Freundin hat schlechte Laune und er spricht beschwichtigend auf sie ein: nur noch diese Fuhre und dann noch eine in Bensafrim und dann hat er frei.

Ich war mir gar nicht so sicher, ob die Werkstatt noch aufhaben würde, immerhin ist es inzwischen halb fünf am Samstagnachmittag, aber Nelson arbeitet noch, als wir ankommen, und in einer halben Stunde, meint er, sieht er mal bei mir nach. Das Abschlepppaar fährt wieder und ich geselle mich zu den vier wartenden Männern am Eingang der Halle, von denen keiner ein Wort sagt, und die alle voll konzentriert in die geöffnete Motorhaube des Opels starren, an dem ein weiterer Mechaniker mit aller Zeit der Welt herumdreht und -schraubt.

Die Werkstatt befindet sich am Dorfrand und der Platz um die Halle ist mit Autoleichen übersäht. Es gibt weder Schatten noch Sitzgelegenheit, die Felder ringsum sind sattgelb ausgedörrt; etwas entfernt auf einer Wiese zwei Pferde, die in der staubigen Erde scharren und unter der sengenden Sonne  zu torkeln scheinen. Ich habe schrecklichen Hunger und keine Ahnung wie lange das hier noch gehen kann, aber ungeduldig oder gar wütend über dieses, mein Missgeschick bin ich nicht. Das ist fast unmöglich in diesem Frieden: die Zikaden singen, im Werkstattradio strapaziert Garry Moore die Gitarrensaiten, die Luft flimmert vor Hitze, der Wüstenwind fegt übers Land.

Weshalb also eilen? Jeder Handgriff braucht genau so lange wie er braucht. Der Opel ist jetzt fertig, nun kommt mein Auto dran. Auf den ersten Blick ist nicht herauszubekommen, woran es ihm mangelt. Dann schließt Nelson sein Notebook an und macht eine Analyse. Die dauert eine halbe Stunde, weil alles gewissenhaft geprüft werden muss. (Warum müssen Automechaniker eigentlich immer rauchen? Weil die Kippen zwischen ihren Lippen so besonders weiß hervorstechen und weil das so cool aussieht?) – und dann ist es raus: es hat was mit der Elektronik zu tun, ein Relait muss ausgetauscht werden und irgendwo ein paar neue Schrauben angebracht. Am Ende bezahle ich 15 Euro. Es ist jetzt halb acht, und ich fahr zum Ausklang des Tages ins ‘Atabai’ ein Weinchen trinken.

Wie man an der Algarve einen ruhigen Sommernachmittag verbringen kann

16. August 2010

Es ist brüllend heiß und Samstag Mittag und Zeit mit dem Schreiben aufzuhören und ins Meer zu springen.

Also hüpf ich in mein Auto, dreh den Zündschlüssel um und starte … nicht. Kein Laut. Das kann nicht sein, also zieh ich den Zündschlüssel wieder raus und steck ihn nochmal rein – und wieder nichts. Ich kontrollier das Licht – nein, nicht angelassen und klapp die Motorhaube auf, vielleicht fehlt ja Kühlwasser, fehlt aber nicht – und selbst wenn, müsste der Motor ja anspringen, wenn auch nur kurzfristig. Öl ist auch genug drin und nichts sieht irgendwie verkohlt aus, also bitte ich den Nachbarn mir Strom überzuleiten – und dann springt die Karre endlich an.

Ich fahre genau dreihundert Meter, dann geht sie wieder aus.

Also rufe ich den Abschleppdienst an. Es meldet sich eine nette Senhora in Lissabon, die mein Kennzeichen wissen will und sich meine Handynummer notiert, damit mich der örtliche Abschlepper kontakten kann. In etwa 40 Minuten, sagt sie freundlich aus ihrem klimatisierten Büro heraus – während ich langsam am Autositz festklebe. Nach einer Stunde reißt mich der Ton des Mobiltelefons aus meinem Dämmerschlaf und jemand will wissen, wo ich mich genau befinde. Zwischen Sagres und Lagos, am Ortsausgang von Barao São Miguel, sage ich, kurz hinter der Grundschule, auf der Estrada Municipal de Norte nach Barão de São João. Was denn mit dem Auto los sei, fragt die Stimme. Es fährt nicht mehr, sage ich. Aha, sagt die Dame, dann würden sie also in circa 40 Minuten ein ‘carro de reboque’ schicken. Ich soll nah am Auto bleiben und mich zu Erkennen geben, wenn die Hilfe naht.

Nach einer Stunden ruft mich die Dame wieder an, wo ich mich denn genau befände? Zwischen Sagres und Lagos, am Ortsausgang von Barao São Miguel, sage ich, kurz hinter der Grundschule, auf der Estrada Municipal de Norte nach Barão de São João. – Ach so!  Der Fahrer würde nämlich bereits seit einer Viertelstunde in Barão de São João herumkurven, sagt die Dame, „grande confusão!“ – aber nun sei er gleich da.

(Fortsetzung im darüberliegenden Artikel)

Sylt versinkt! – Retten Sie sich an die Algarve!

12. August 2010
von verahenkel

100.000 Menschen an einem Tag kann Sylt – wie 1974 von Gutachtern der Landesregierung ausgerechnet und als Wohlfühlgrenze empfohlen wurde – gerade noch verkraften, aber inzwischen sind es während der Hauptsaison (und die ist ja so kurz im kalten Norden) schon an die 200.000 geworden – wovon noch etwa die Hälfte in ihren Porsche Cayenne anreist. Das macht zusätzlich 1,5 Tonnen Gewicht, plus Ehefrau, die mit durchschnittlich 75 kg zu Buche schlägt, 2 Kindern (je ca. 40 kg) und im Kofferraum eingeschmuggelter Sekrätärin (58 kg)  – zusammen also 1722 kg – und das mal 200.000! Angesichts einer solchen Zahl muss man keine Fachfrau sein um das herannahende Desaster vorauszusehen.

Die Algarve dagegen ist ein Landstrich. Der äußerste Süden Portugals, der also fest am Kontinent verhaftet ist und deshalb einiges an Gewicht verkraften kann. Da kann man dann auch mal locker alleman mit 344400000 kg  in die Luft springen. Vor lauter Lust am Leben. Das hat keinerlei geographische Auswirkungen – und wäre eigentlich mal ein gute Aktion.

Denk ich an… Lagos

6. August 2010
von verahenkel

Betrachte ich Lagos aus einem Abstand von 2500 Kilometern, sehe ich eine vor allem weiße Stadt vor mir. Kubisches Gedränge unter krummen Ziegeldächern, hoch aufragende Schornsteine, maurisches Zierwerk an Balkonen und Terrassen – die Hafeneinfahrt mit ihren langsam eingleitenden Yachten: weißes Tuch gegen blaue Makellosigkeit.

Mittags liegen auf den Rosten in den Gassen ganze Sardinenschwärme, der Algarvio kommt im Sommer nicht ohne seine Tagesportion aus. Aber das ist immerhin noch besser als in der Dose zu landen – eingelegt womöglich in Piripiri und Essig und dann in Köln oder Hamburg von irgendeiner schwangeren Hausfrau verspeist.

Über der Promenade im Luftraum: durchdringende Möwenkonversationen, darunter am Boden: Touristenrufen, Touristenlärmen, Touristenlächeln in Digitalkameras. Verliebte, Verlobte, Hunde, Angler, Senioren, Kinder, Rollschuhfahrer, Jogger, der Bürgermeister beim Verdauungsspaziergang – und  vor allem: jede Menge gesottenes, britisches Fleisch.

Meinen ersten Ganzkörpersonnenbrand hatte ich gemeinsam mit meiner Cousine, mit 13 an der Nordsee. Drei Tage und Nächte konnten wir weder sitzen, noch stehen noch liegen, danach sahen wir aus wie teilskalpierte Indianer, dann schlug ich meiner Cousine bei der Morgengymnastik den rechten Schneidezahn aus (sie hatte Kalkmangel) und sie verbrachte den Rest des ohnehin verdorbenen Urlaubs heulend im Ferienappartment – was aber auf jeden Fall eine gute Lösung für ihre Epidermis war.

Damals gab es noch keine extra Sonnenschutzfaktoren für Rothaarige, oder ich erinnere mich zumindest nicht. Ich erinnere mich überhaupt nur an Delial in orange und Piz Buin, das Sonnenöl, in braun, das mein Vater benutzte und ihm seinen typischen ranzigen Sommerduft verlieh.

Insgesamt aber, so habe ich das Gefühl, verbrannte man damals weniger. Oder litt zumindest privater - im abgedunkelten Hotelzimmer unter einem dünnen Laken, ganz still.

Portugiesisch – schwere Sprack!

3. August 2010

„Portugiesische Sprache – eine romanische Sprache, wird in Portugal, auf Madeira und den Azoren, im portugies. Überseegebiet und in Brasilien gesprochen. Eine eng verwandte Mundart ist das Galicische in NW-Spanien. Die Schriftsprache und maßgebende Aussprache (lingua geral) beruht auf der Sprache von Coimbra und Lissbon. Das Portugiesische ist entwicklunggeschichtlich altertümlicher als das Spanische; außerdem zeigt es eigenartige Entwicklungserscheinugen wie die Nasalierung und den Ausfall intervokal. Konsonanten.
Der melod., weiche und schmiegsame Charakter der Sprache wird bedingt durch die schwach naslierten Nasalvokale, durch die zahlr. Diphthonge (darunter Diphthonge mit nasalem Element; auch Triphthonge mit nasalem Element kommen vor), durch Klangnuancierung der oralen Vokale durch die stimmhafte Aussprache von wortauslautenden -s vor vokalisch anlautendem Wort, durch Aussprache des s vor stimmhaften Konsonanten als (ξ) und vor stimmlosen Konsonanten als (∫) im Wortinneren und im Wortauslaut vor einem mit entsprechenem Konsonanten beginnenden Wort…Mundartlich ist Portugal reich gegliedert. Man unterscheidet die Mundarten des Minho, von Tras-os-Montes, der Beira, Estremaduras, des Atlentejo, des Algarve, Madeiras und der Azoren. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mundartgebieten sind nicht so stark ausgesprägt wie in den anderen westroman. Sprachen. Sie betreffen, abgesehen vom Wortschatz, vor allem die Vokale und Diphthonge (auch Eintritt oder Fehlen der Diphthongierung) sowie die dentalen und palatalen Reibelaute. Die nördlichsten Mundarten sind am archaischsten…“"
(Der Gr0ße Brockhaus, Band 9, Wiesbaden 1956)

Alles klar nun? Dann üben wir mal: bitte sprechen Sie unter Beachtung der obigen lingualen Besonderheiten folgende portugiesischen Worte korrekt aus:  (Ferienhaus) Moncarapacho(Ferienhaus) Barão de São João, (Ferienwohnung) Mexilhoeira Grande. – Gut so. Und nun in einem durch:  “Otorrinolaringologista“ (HNO-Arzt).

Damit sind Sie eigentlich reisefertig.

Typisch Deutsch II

27. Juli 2010
von verahenkel

Ich mache gerade Heimaturlaub – bin gestern aus Faro gekommen und in Weeze gelandet und der Flug war mal ein Vergnügen, die portugiesische Crew gut drauf, ich guter Laune, weil ich ganz vorne  saß und Beinfreiheit hatte, Steward und Stewardess heftig miteinander flirteten und zur Sicherheits-Choreografie den deutschen Parfumwerbetext abspielten, woraufhin sie beide in vergnügtes Lachen ausbrachen und sich schnell korrigierten.

Dann parkte ich heute morgen in Düsseldorf auf einem Behördenparkplatz zwischen zwei Containern und sofort kam ein Männlein aus dem gegenüberliegenden Gebäude geschossen und schrie: „So können Sie aber hier nicht stehenbleiben!“
„Warum nicht?“ fragte ich, – das wollte ich wirklich gerne wissen.
„Weil hier kein Parkplatz ausgeschildert ist!“ rief das Männchen, und die Kerben um seinen Mund wurden noch tiefer und runzeliger und trockener, dabei war es sicherlich jünger als ich.

„Beruhigen Sie sich,  guter Mann“, wirkte daraufhin meine Mutter beschwichtigend auf das Männlein ein, „meine Tochter hat das nicht gesehen, sonst hätte sie sicher niemals hier versucht zu parken!“ Da setzte ich so wütend zurück, dass Mutter und Knecht entsetzt auseinander stoben. „Es ist der Jetlac“, versuchte meine Mutter nun mein ungebührliches Verhalten zu erklären.

Obwohl der ja nur eine Stunde ist.

Typisch Deutsch

24. Juli 2010

Im Folgenden zitiere ich jetzt mal direkt von der Website portugiesisch-sprachkurs.de, weil ich die dort gegebenen Beispielsatzfetzen für Deutsche so bezeichnend finde:

  • estou óptimo – mir gehts super
  • tem uma coisa mais barata? – gibt es auch etwas günstigeres?

Das ist nun eine typisch deutsche Fragestellung. Gehen Sie mal in der Ferienhauptsaison durch eine der Touristenhochburgen an der Algarve und lauschen Sie den Gesprächen der vor Ort anwesenden Nationalitäten. Niemand wird sich so ausführlich darüber auslassen was, wo, wieviel gekostet hat, er aber durch ein glückseliges Versehen der Verkäuferin dann doch noch billiger bekommen hat – wie die Deutschen. Und darüber in welche Läden man am besten erst gar nicht hinein gehen sollte, weil es da von portugiesischen Halsabschneidern nur so wimmelt, die ja ohnehin nichts anderes im Sinn haben, als einen übers Ohr zu hauen und das Geld aus der Tasche zu ziehen.

  • ninguem mereçe isto – niemand verdient das!

Genau: deshalb genau auf die Preise achten und vergleichen. Das ist das A und das O!

  • Amo-te – Ich liebe Dich

Nun, vielleicht sollte man mit diesem Satz im Kurzurlaub insgesamt etwas sparsamer umgehen, aber falls man mehr als drei Wochen bleibt, könnte er  hilfreich sein.

  • aonde moras? – wo wohnst du?

Das ist eine Frage, die man durchaus stellen kann, allerdings nicht in der Hoffnung schon bald dorthin eingeladen zu werden. Der Portugiese lädt grundsätzlich so schnell nicht zu sich nach Hause ein. Bis es soweit ist, gibt es erstmal zahlreiche Treffen in den Cafés und Bars der Umgebung – und erst nach vielen, vielen Monaten oder gar erst einigen Jahren, wird man in seine Privatsphäre eingelassen – und dann ist meistens seine ganze Buckelige Verwandtschaft dabei.

Das Bild zum vorletzten Satz

  • Eu gosto muito de ti – Ich mag dich sehr

Das geht schon ehr und kann man bereits nach einer Woche anbringen.

  • o tempo é bom – das Wetter ist gut

Damit liegt man im Sommer eigentlich immer richtig.

  • O Senhor / a senhora fala alemão? – Sprechen Sie Deutsch?

Diese Frage sollte man sich eventuell ganz sparen. Sie wären sicher auch nicht begeistert, wenn Sie in Ihrer Schenke im Schwarzwald von einem Feriengast zuerst beschimpft und anschließend ärgerlich gefragt würden, ob Sie denn kein Portugiesisch verstünden!? Dabei ist es allerdings so, dass eine beträchtliche Anzahl Portugiesen wirklich Deutsch spricht, oder es zumindestens versteht. Nicht wenige haben sich nämlich in den Siebziger- und Achtzigerjahren in Deutschland als Gastarbeiter verdingt – und sind dann im Alter wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.

Deshalb ist es auf jeden Fall besser, wenn Sie kleine spitze Bemerkungen über Land und Leute für sich behalten, anstatt sie  – weil der Depp vor ihnen ja sowieso nichts versteht – lauthals und mit einem herablassenden Grinsen bei Ihrer Ehefrau zum Besten zu geben.

  • Chame, faz favor, uma ambulância. – Rufen Sie bitte einen Krankenwagen…

wäre für das Resultat der adäquate, korrekte, portugiesische Satz.