Typisch Deutsch II
Ich mache gerade Heimaturlaub – bin gestern aus Faro gekommen und in Weeze gelandet und der Flug war mal ein Vergnügen, die portugiesische Crew gut drauf, ich guter Laune, weil ich ganz vorne saß und Beinfreiheit hatte, Steward und Stewardess heftig miteinander flirteten und zur Sicherheits-Choreografie den deutschen Parfumwerbetext abspielten, woraufhin sie beide in vergnügtes Lachen ausbrachen und sich schnell korrigierten.
Dann parkte ich heute morgen in Düsseldorf auf einem Behördenparkplatz zwischen zwei Containern und sofort kam ein Männlein aus dem gegenüberliegenden Gebäude geschossen und schrie: „So können Sie aber hier nicht stehenbleiben!“
„Warum nicht?“ fragte ich, – das wollte ich wirklich gerne wissen.
„Weil hier kein Parkplatz ausgeschildert ist!“ rief das Männchen, und die Kerben um seinen Mund wurden noch tiefer und runzeliger und trockener, dabei war es sicherlich jünger als ich.
„Beruhigen Sie sich, guter Mann“, wirkte daraufhin meine Mutter beschwichtigend auf das Männlein ein, „meine Tochter hat das nicht gesehen, sonst hätte sie sicher niemals hier versucht zu parken!“ Da setzte ich so wütend zurück, dass Mutter und Knecht entsetzt auseinander stoben. „Es ist der Jetlac“, versuchte meine Mutter nun mein ungebührliches Verhalten zu erklären.
Obwohl der ja nur eine Stunde ist.
Typisch Deutsch
Im Folgenden zitiere ich jetzt mal direkt von der Website portugiesisch-sprachkurs.de, weil ich die dort gegebenen Beispielsatzfetzen für Deutsche so bezeichnend finde:
- estou óptimo – mir gehts super
- tem uma coisa mais barata? – gibt es auch etwas günstigeres?
Das ist nun eine typisch deutsche Fragestellung. Gehen Sie mal in der Ferienhauptsaison durch eine der Touristenhochburgen an der Algarve und lauschen Sie den Gesprächen der vor Ort anwesenden Nationalitäten. Niemand wird sich so ausführlich darüber auslassen was, wo, wieviel gekostet hat, er aber durch ein glückseliges Versehen der Verkäuferin dann doch noch billiger bekommen hat – wie die Deutschen. Und darüber in welche Läden man am besten erst gar nicht hinein gehen sollte, weil es da von portugiesischen Halsabschneidern nur so wimmelt, die ja ohnehin nichts anderes im Sinn haben, als einen übers Ohr zu hauen und das Geld aus der Tasche zu ziehen.
- ninguem mereçe isto – niemand verdient das!
Genau: deshalb genau auf die Preise achten und vergleichen. Das ist das A und das O!
- Amo-te – Ich liebe Dich
Nun, vielleicht sollte man mit diesem Satz im Kurzurlaub insgesamt etwas sparsamer umgehen, aber falls man mehr als drei Wochen bleibt, könnte er hilfreich sein.
- aonde moras? – wo wohnst du?
Das ist eine Frage, die man durchaus stellen kann, allerdings nicht in der Hoffnung schon bald dorthin eingeladen zu werden. Der Portugiese lädt grundsätzlich so schnell nicht zu sich nach Hause ein. Bis es soweit ist, gibt es erstmal zahlreiche Treffen in den Cafés und Bars der Umgebung – und erst nach vielen, vielen Monaten oder gar erst einigen Jahren, wird man in seine Privatsphäre eingelassen – und dann ist meistens seine ganze Buckelige Verwandtschaft dabei.
- Eu gosto muito de ti – Ich mag dich sehr
Das geht schon ehr und kann man bereits nach einer Woche anbringen.
- o tempo é bom – das Wetter ist gut
Damit liegt man im Sommer eigentlich immer richtig.
- O Senhor / a senhora fala alemão? – Sprechen Sie Deutsch?
Diese Frage sollte man sich eventuell ganz sparen. Sie wären sicher auch nicht begeistert, wenn Sie in Ihrer Schenke im Schwarzwald von einem Feriengast zuerst beschimpft und anschließend ärgerlich gefragt würden, ob Sie denn kein Portugiesisch verstünden!? Dabei ist es allerdings so, dass eine beträchtliche Anzahl Portugiesen wirklich Deutsch spricht, oder es zumindestens versteht. Nicht wenige haben sich nämlich in den Siebziger- und Achtzigerjahren in Deutschland als Gastarbeiter verdingt – und sind dann im Alter wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.
Deshalb ist es auf jeden Fall besser, wenn Sie kleine spitze Bemerkungen über Land und Leute für sich behalten, anstatt sie – weil der Depp vor ihnen ja sowieso nichts versteht – lauthals und mit einem herablassenden Grinsen bei Ihrer Ehefrau zum Besten zu geben.
- Chame, faz favor, uma ambulância. – Rufen Sie bitte einen Krankenwagen…
wäre für das Resultat der adäquate, korrekte, portugiesische Satz.
Verwirrung in Sines
Und da wir grad schonmal bei Sines sind, will ich Ihnen auch gleich noch einen Tipp geben, wo Sie demnächst Essen gehen können, wenn Sie Ihre Ferien in Portugal in einem unserer netten Ferienhäuser verbringen und dieser schönen Stadt am Atlantik einen Besuch abstatten – nämlich hier:
Die Adega (portugiesische Bezeichung für eine Stätte mit Weinausschank) befindet sich in der Stadtmitte, direkt gegenüber der Burg und ist zur Mittags – und Abendszeit schon allein deswegen kaum zu verfehlen, weil sie dann brechend voll ist und der Lärm des Tellerklapperns, des Gläserklirrens und der Abluftanlage bis weit auf die Straße dringt.
Drinnen gibt es nur einen Raum mit vier querstehenden, langen Holztischen und rechts den Thresen, wo der Wein ausgeschenkt wird und hinter dem Senhor Luís schwitzend ackert. Er grillt nämlich die Hähnchen, die auf einem tiefschwarzen Rost – von draussen durchs Fenster einsichtig – über dem offenen Feuer brutzeln. Er macht das mit Geschick und Liebe zum Detail und seit 34 Jahren. Dabei ist er immer kleiner und kahler geworden, gerade noch kann man seinen glänzenden Schädel über den Rosten aufragen sehen – und der Laden immer bekannter.
Es gibt gegrillte Würste, Sardinen, Hähnchen und Koteletts – jeder Portion für 6 Euro. Dazu immer Brot und einen anständigen Hauswein, rot oder weiß, das Glas für 80 Cent. Nacher beim Abschlusskaffee naht die Wirtin mit der geheimen Unter-Ladentisch-Flasche, einem „Aguadente caseira“, also Selbstgebrannten und setzt dem Bica einen guten Schuss davon zu.
Das ganz links, die Frau, die mit dem Rücken zum Betrachter sitzt, bin übrigens ich. Nach dem Genuss des Hausschnapps – anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich gleichzeitig fotografierte und auf dem Bild zu sehen bin.
World-Music in Sines
Sines hat allerhand zu bieten. Jedes Jahr am letzten Wochenende im Juli zum Beispiel findet in der Burg ein fünftägiges World-Music Festival statt, das inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und Musik-Pilger aus aller Herren Länder zusammenruft.
Dieses Jahr treten zum Beispiel auf: NOVALIMA aus Peru, TINARIWEN aus der Sahara
WIMME aus Finnland
YASMIN LEVY aus Israel, KIMI DJABATÉ aus Guinea-Bissau, SA DINGDING aus China,
STAFF BENDA BILILI aus dem Kongo, U-ROY aus Jamaica und eine ganze Reihe von portugiesischen Formationen vom Festland und den ehemaligen Kolonien, wie zum Beispiel FORRO IN THE DARK,
Insgesamt spielen an den vier Tagen (28. – 31.7.10) des Festivals 26 Musikgruppen – entweder auf der Hauptstraße oder im Castelo, also der mittelalterlichen Burg, die sich mitten im Ortskern befindet. Die besteht im Grunde nur noch aus den Außenmauern mit einem großen, freien Platz in der Mitte – einer idealen Kulisse also für Gr0ßspektakel aller Art.
Und wer zwischendrin noch Zeit hat, oder mal für eine halbe Stunde seine Ruhe haben will, sollte unbedingt Senhor Luís im Archäologischen Museum direkt neben dem Haupteingang besuchen – einen maniac, was die portugiesische Vorgeschichte angeht – über ihn schreibe ich demnächst nochmal ausführlicher.
Das ganze kostet übrigens nur 40 Euro insgesamt oder 12,50 der einzelne Tag. Da kann man wirklich nicht meckern – und wer jetzt so kurzfristig die Anreise aus Deutschland nicht mehr schafft, kann es sich ja fürs nächste Jahr vornehmen. Um die gleiche Zeit am gleichen Ort, und dann zum 13. Mal.
Das kann in diesem Fall nur eine Glückszahl sein.
Kunst und Geschrei in Porto Covo
Unten auf dem Foto – das ist Gaspar. Er sitzt immer im Sommer an der Markthalle von Porto Covo auf einem weißen Plastikstuhl und feilt, schnitzt, klebt, sägt und bohrt – en miniatur. Das macht er ganz ruhig und unauffällig – er sitzt da, am Morgen noch im Schatten des Markhallengebäudes und mittags in der Sonne.
Ich habe sein fertiges Standhüttensujet aus dem Pedra de Bairra – einer besonderen (Schiefer)steinart Mittelportugals bewundert und zugesehen, wie er an einem zweiten arbeitete, einer Bambushütte, die er aus vielen, handgeschnitzten, feiner noch als streichholzdünnen, Stäbchen zusammenfügte; danach feilte er an einem winzigen Brettchen – die Sitzfläche der Schaukel, die am Ende neben der Hütte in der (getrockneten) Pinie hängen sollte - zur Freude der Wintzkinder, denn Kindern, ob ganz kleinen oder großen soll man das Leben so schön wie möglich gestalten.
Gaspar lächelte die ganze Zeit bei seiner Arbeit, auch als er mit mir sprach, und sein einziger, sehr weißer Zahn, genau in der Mitte des Oberkiefers, lächelte irgendwie mit. 20 Euro sollte sein fertiges Kunstwerk kosten, er schätze das so mal eben, als ich ihn fragte, wäre aber sicher bereit gewesen, sich runterhandeln zu lassen. So wie man Kunst im Grunde ja überhaupt nicht mit Geld aufwiegen und der Künstler selbst ja fast nie einen Preis für sein Tagewerk nennen kann – das er einfach ausführt, unempfindlich gegen die sengende Sonne, den Touristenlärm und den Wind.
Dann ging ich ins Städtchen und meiner Arbeit nach – ich aktualisierte einen Teil des Michael Müller Portugalführers – und traf auf einen Wirt, der mich gleich als ich reinkam anschrie, derweil seine zahlreichen Angestellten furchtsam im leeren Lokal herumhuschten. Was ich wolle, ob er dafür bezahlen müsse, wer ich überhaupt sei, woher ich überhaupt komme, was ich bei ihm zu suchen hätte!? Kein Wunder dachte ich, dass der Laden leer ist und sich gegenüber im Zè Inácio die Gäste drängen.
Bitte liebe Leser, gehen Sie daher nie, falls Sie Urlaub in Portugal machen und Porto Covo besuchen, im Bum-Bum oder Jepp-Jepp essen – schon allein um sich mit mir zu solidarisieren. Der Laden heißt nicht so, aber ganz ähnlich, eine Silbe zweimal hintereinander, und es steht eine riesige, rote Kunststoffkrabbe im Eingang, unter deren Schirmherrschaft die wenigen Gäste furchtsam speisen – aber kaufen Sie unbedingt eines der Naturkunstwerke an der Markhalle von Gaspar.
Lidl und Aldi – Einkaufen an der Algarve
Hier im Bild sehen wir den Cheffkoch von LIDL Portugal, Senhor Hernâni Ermída
und nachfolgend sehen wir, was er diese Woche wieder Schönes für uns zusammengekocht hat:
Dieses Gericht passt natürlich hervorragend zu ihm, ist er doch der „Grillkönig“, wie das auch auf seiner Kochschürze geschrieben steht.
Deutsche Urlauber an der Algarve können sich freuen: hier gibt es nämlich seit einigen Jahren LIDL (die waren zuerst da) und ALDI (Süd) – man hat also sofort bei seiner Ankunft einen mentalen Ankerpunkt, der einem die Fremde entfremden hilft, und dessen Geschäftshallen gleichzeitig ein Kontaktforum sondergleichen sind – hier trifft sich ganz Deutschland auf 300 Quadratmetern Raum.
Aber vorsicht! Soo billig wie zu Hause ist das hier nicht. Rudimentärste Grundnahrungsmittel wie Brot, Fleisch und einheimisches Gemüse sind in Portugal nach wie vor recht billig – aber damit hört es schon auf. Alles darüber hinausgehende ist nämlich Luxus – und der muss herangeschafft werden und der kostet.
ALDI hat mehr typisch deutsche Produkte, manchmal gibts auch Grabbeltische, da findet sich dann ein ganzes Rest-Sortiment mit noch original unübersetzen Etiketten, wo dann die Portugiesen – so sie nicht als Gastarbeiter in Wolfsburg waren – verständnislos vorstehen, und der allerneueste Hit ist nicht-stopfendes Körnerbrot „de casa“ – denn Aldi backt jetzt selbst.
LIDL ist aber trotzdem beliebter, zumindest bei den Portugiesen. Die sind nämlich treue Kunden und lassen ihren erstgeborenen Discounter ohne triftigen Grund nicht im Stich. Deshalb ist ALDI Portugal quasi gezwungen, sich mehr auf die Touristen und Ausländer zu konzentrieren – und macht es diese Woche deshalb mit deutschsprachigem Gemüseragout mit Hackfleischbällchen für Null Neunundneunzig und dem St. Christoph Blutstop- und Wunden-Spray.
Porta Pottis und der Umweltschutz an der Algarve
Bald wird es eng für Freicamper an der Algarve. Nun will auch die Küstenstadt Portimão dafür sorgen, dass Wohnmobilisten fein ordentlich auf Campingplätzen stehen und dafür was bezahlen – anstatt, wie an vielen anderen Orten, einfach so in der Landschaft zu parken und es sich – leider oft auf Kosten der Natur – gut gehen lassen.

Viel toller als Wohnmobil!
Nun kann man ja bei Wohnmobilisten im strengeren Sinne nicht von Freicampern sprechen, haben sie doch ihr Haus dabei und leben darin teils komfortabler als manch Portugiese in seinem Steinhäuschen auf dem Lande. Immerhin kosten die Dinger ja auch etwas: Für einen anständigen Hymer – außen und innen mit Plastik verschalt – mit Clo, Dusche, Küchenzeile mit Kleinspülmaschine, Essecke, Launchpolstern und Alkovendoppelbett kann man locker 150.000 Euro hinlegen, und das ist noch fast die Untergrenze.
Nach so einer Anschaffung – ganz klar – muss dann im Ausland gespart werden: nichts da mit im Restaurant Essen gehen, Schmutzwäsche in die Reinigung geben, für die Abwasserentsorgung zahlen oder womöglich die Tanks mit teurem Stadtwasser auf dem Campinplatz befüllen!
Erinnern Sie sich mal an diesen Artikel, wenn Ihnen während Ihres Sommerurlaubs an der Costa Vicentina in einer einsamen Bucht ein deutsch-aussehender Rentner in Shorts mit einem ca. 50 mal 50 cm großen Kunststoffkasten an der Hand entgegenkommt, unsicher lächelt und sich dann schnell seitlich in die Zystrosen schlägt. Das war nämlich dann bestimmt ein Wohnmobilist, den Sie bei der Entleerung seines Chemieclos im Naturschutzgebiet gestört haben.
Auch die „Equipas de Protecção da Natureza e do Ambiente em Zonas Específicas“, also die Naturschutzgebietpolizei erkennt ihre Pappenheimer: So einer hat dann auch bestimmt den Verschluss seines Abwassertanks offen – deutlich zu erkennen an der braunen Brühe die hinten unter seiner Karosserie akut herausschießt, bzw. chronisch herauströpfelt.
Und nun stellen Sie sich eine ganze Wagenburg von, sagen wir, 25 rollenden Eigenheimen vor. Mit jeweils einem rauchenden Homegrill davor und 25 wummernden Generatoren, die Spül- und Waschmaschine, Fernseher, Laptop, Microwelle, Föhn, Mixer und Eiszerstoßer alle gleichzeitig bei Laune halten. Und nun freuen Sie sich: mit sowas haben Sie in Ihrer hübschen, völlig privaten Ferienvilla mit Pool nicht das geringste am Hut!
Portugiesische Vorfahren: Liebe zur Assipalme
Die ersten Invasoren auf portugiesischem Grund waren vor 2000 Jahren die Lusitaner. Man weiß wenig über diese Volk und was man weiß, ist wiederum von den Römern überliefert worden, die nach ihnen invasierten. Deren Geschichtsschreiber notierten über ihre Vorgänger folgendes:
Lusitaner
- kriegerisches Volk, tragen zum Kampf schwere metallene oder lederne Helme und darüber das Haar aufgesteckt.

Portugiesischer Ahnherr mit Wedel
- Geschmiedete Waffen.
- Nehmen Dampfbäder, indem sie heiße Steine mit Wasser übergießen, und essen nur einmal am Tag! (Auch für den modernen Portugiesen ist dies eine grauenhafte Vorstellung, bzw. keine – sowas übersteigt ganz einfach sein Vorstellungsvermögen.) Noch schlimmer allerdings die Menuezusammenstellung: Eichelmeelbrot mit Butter und Salz.
- Sitzen bei den Mahlzeiten im Kreis, trinken Wasser!!! (schlimmer kann es für einen Portugiesen kaum noch kommen) und beißen vom Brot ab. Die zahnlosen Alten zuerst, dann ist der Kanten schön durchgeweicht, wenn er am Schluss bei den Jüngsten ankommt.
- Leben in schilfgedeckten Rundhütten aus Stein und schlafen auf Strohlagern am Boden. Tanzen im Kreis zu Horn und Flöte.
- Kranke werden aus dem Dorf herausgeführt, wo sie am Wegesrand liegend vom erstbesten Passanten einen Heilvorschlag erbeten müssen.
- Hüten Vieh.

Junge, deformierte Lusitaner
- Ihre Kinder sind nur zu bedauern. Sie leiden an einer merkwürdigen Extremitätenkrankheit, deren Ursache nicht eindeutig festzustellen ist. Vielleicht allerdings liegt es an unserem Zeichner.
*******
(Illustrationen aus – und historische Zusammenfassung unter Verwendung von: „História de Portugal – contada às crianças“ – einem Geschichtslehrbuch für Kinder von Sérgio Luís de Carvalho und António Salvador.)
Alentejo – Korkbusen und portugiesiches Seelenrätsel
Kork ist ein flexibles, gesundes Non-Plastik Material. Das einzige, das mich persönlich daran abschreckt, ist seine Farbe – dieses helle Braun, das leider mit nichts kombiniert richtig gut aussieht.
Aber Kork ist toll anzufassen. Und man kann Sachen hineinpieken. Man kann eine Korktasche oder ein Korkbrillenetui oder Korksandalen auch dazu benutzen, mal kurz eine Notitz daran zu befestigen – eine Art temporäre Pinwand – denn wer, der nicht hoffnunglos in den 80gern stehengeblieben ist, hat heutzutage wirklich noch den Mut sich eine solche in groß über dem Schreibtisch aufzuhängen?
51 Prozent des Weltkorks stammt aus Portugal, und dort vor allem aus dem Alentejo, wo er seit Jahrhunderten in Plantagen angebaut wird und jede Straße säumt. Korkeichen werden bis zu 150 Jahre alt und liefern in ihrem langen Leben bis zu 200 Kilogramm Kork – allerdings nicht am Stück. Zwischen den einzelnen Schälungen müssen mindestens 8 Jahre vergehen, bis dass die Korkrinde wieder soweit ist, dass sie sorgsam abgeschält und zu Weinkorken, Fußbodenplatten, Tapeten, Pinwänden oder Sandalensohlen verarbeitet werden kann. Aber auch solche hübschen Sachen kann man aus Kork herstellen:

Annimation über der Theke
Gesehen in einem Cafe-Restaurant in Torrão. Die Konkurrenz an kleinen Bars, Cafés und Restaurants ist immer gewaltig – einen Großteil ihrer Zeit verbringen Portugiesen ja im Restaurant oder immer mal wieder für einen schnellen Cafezinho an einer Theke – da muss man sich was einfallen lassen, um ein ansonsten ehr schmuckloses Ambiente interessanter zu gestalten.
Das ist übrigens etwas, was Portugalurlaubern meist als erstes auffällt: die Schmucklosigkeit der Cafés. Es gibt immer eine Glastheke mit Kuchen und dahinter ein Glasregal mit Flaschen und dazwischen Angestellte in Kitteln und davor einen Raum in dem unbequeme Stühle um kleine Tischchen stehen, aber nichts ist irgendwie nett hergemacht. Zwar sauber, aber irgendwie merkwürdig funktional. Nach all den Jahren die ich nun schon hier lebe, habe ich noch immer nicht herausgefunden, warum das so ist, glaube aber, dass sich genau darin ein Schlüsselzacken zur portugiesischen Seele offenbart – also staune ich weiter und bleibe dieser Frage auf der Spur.
Vorsichtig anschleichen – da küssen sich 2 Felsen!

Romantische Algarve (Foto: E.Grün)
Und hier hat eine Hexe ihren Hut verloren.

Finderlohn: 7 Wünsche offen
Und auch das gibt´s: 3 Schilder in angeregter Konversation.

Im Gespräch...
Fotos (außer das erste) by ©me – 4 Meter groß:

Riesin am Strand
Die Westalgarve ist voller Bilder. Es lohnt sich also hier seinen Urlaub zu verbringen – vorzugsweise in einem Casa Feria Ferienhaus – und selbst auf Motivsuche zu gehen!










